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Fragen und Antworten zur dauerhaften transurethralen Harnableitung

Der Dauerkatheter, der je nach Material und individueller Situation des Anwenders mehrere Tage oder Wochen in der Harnröhre und Blase verbleiben kann, leitet den Urin über einen weichen Schlauch, meist aus Silikon oder Latex, in einen Urinauffangbeutel. Der Katheter wird durch die Harnröhre in die Harnblase geschoben. Anschließend wird der Ballon mit sterilem Wasser oder, im Falle eines Silikonballons, mit einer 10%igen Glycerinlösung befüllt. Der gefüllte Ballon fixiert den Katheter und verhindert so, dass er wieder aus der Blase herausgleitet.

Warum habe ich einen Blasenkatheter mit Ballon?

Unsere Blase füllt sich mit Harn und sollte sich bei Erreichen eines gesunden Fassungsvermögens, etwa 400 bis 600 ml, vollständig entleeren. Wenn sich die Blase nicht vollständig entleert, bleibt Harn in der Blase zurück. Er wird als Restharn bezeichnet und kann auf einen Harnverhalt hindeuten, was bedeutet, dass die Blase Unterstützung bei der Entleerung benötigt. Es gibt zahlreiche Gründe, warum dies auftreten kann und ein Dauerkatheter erforderlich ist – unter anderem*:

  • Neurologische Erkrankungen – Schlaganfall, Multiple Sklerose, Motoneuronerkrankung
  • Körperbehinderung
  • Rückenmarksverletzungen oder -erkrankungen
  • Postoperativer Harnverhalt (Unfähigkeit, die Blase zu entleeren)
  • Untersuchungen zur Blasenfunktion
  • Prostataprobleme bei Männern
  • Beckentrauma

Was sind die Kontraindikationen?

Von der transurethralen Anwendung eines Dauerkatheters ist abzusehen, wenn bei Ihnen Folgendes vorliegt:

  • Latexallergie
  • Unüberwindbare Obstruktionen der Harnröhre
  • Ausgedehnte Harnröhrenstriktur
  • Via falsa

Was sind die möglichen Komplikationen eines transurethralen Dauerkatheters?

  • Katheter-assoziierte Harnwegsinfektionen
  • Harndrang und Tenesmus
  • Reizungen der Harnröhrenschleimhaut
  • Blockade des Katheters durch Inkrustation
  • Falsch positionierte Katheter können zu Verletzungen der Harnröhre führen, wenn der Ballon innerhalb der Harnröhre befüllt wird.

Produkt enthält Naturlatex, welcher allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Was muss ich noch wissen?

Eine tägliche routinemäßige Körperhygiene mit Wasser und Seife reicht aus, um eine angemessene Pflege der Harnröhrenöffnung zu gewährleisten (*). Bitte befolgen Sie auch die Anweisungen Ihres Arztes für die Handhygiene.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr verdünnt den Urin und trägt dazu bei, das Risiko von Inkrustationen und Verstopfungen des Katheters zu verringern. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgt außerdem für eine konstante Abwärtsdrainage und einen Spüleffekt (*). Trinken Sie Flüssigkeiten wie verordnet: Fragen Sie Ihren Arzt, wie viel Sie täglich trinken sollten und welche Flüssigkeiten am besten für Sie geeignet sind.

Wann muss ich meinen Arzt sofort informieren?

Bitte wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Symptome feststellen, vor denen Ihr Arzt Sie bereits gewarnt hat:

  • Schmerzen (Stechen) an der Harnröhrenöffnung
  • Anzeichen einer Entzündung, wie etwa Fieber
  • Wenn der Katheter keinen Urin mehr ableitet oder der Urin am Katheter vorbeifließt
  • Wenn der Katheter herausfällt
  • Akute Unterleibsschmerzen
  • Wenn Urin plötzlich blutig oder verfärbt ist

(*) EAUN-Leitlinien „Catheterisation Indwelling Catheters in Adults – Urethral and Suprapubic“, 2012

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